Der Werbebrief
Allgemein
Wichtigster Grundsatz für die Gestaltung des Werbebriefs:
- der "Customer-Benefit-Ansatz"
d. h. der Leser muss beim ersten Überfliegen des Briefes die für ihn relevanten Vorteile erkennen. Nur wenn er beim ersten Scannen des Briefes schon vom Nutzen des Angebots überzeugt werden kann, geht er zum intensiveren Lesen über.
Die DDPC-Formel für den Aufbau des Werbebriefes
Ein Gestaltungsprinzip für den Aufbau des Werbebriefes - die Abfolge der Inhalte - ist die DDPC-Formel: Dramatic - Descriptive - Persuasive - Clinching.
- Dramatic: Ein dramatischer, packender Einstieg aktiviert den Leser und stellt dadurch eine optimale Aufnahmefähigkeit für die Informationen
her.
- Descriptive: Durch eine (sachliche) Beschreibung des Angebotes wird der Leser auf kognitiver Ebene mit kaufrelevanten Informationen
versorgt.
- Persuasive: Während dieser Phase wird beim Empfänger ein konkreter Besitzwunsch geweckt (die Generierung von Bedürfnissen).
- Clinching: Am Ende folgt die Abschlussphase. Der Leser soll unmittelbar zum Ausfüllen des Responselementes gebracht werden.
Die 4-P-Formel für den Aufbau eines Werbebriefes
Eine weitere Möglichkeit ist der Aufbau nach der 4-P-Formel: Picture - Promise - Prove - Push:
- Picture: Der Brief beginnt mit einer bildhaften Beschreibung des Angebots / der Situation / eines Problems.
- Promise: Dem Leser wird bei Angebotsannahme eine Problemlösung versprochen.
- Prove: Es wird ein nachvollziehbarer Beweis (Testimonial, Zertifikat, Testergebnis ...) zur Vorteilhaftigkeit des Angebotes angeführt.
- Push: Am Ende des Briefes erfolgt eine Handlungsausfforderung.
Stellhebel bei der Gestaltung des Werbebriefes
Folgende Stellhebel müssen bei der Gestaltung des Werbebriefes optimal gestellt werden:
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Fixationspunkte
Fixationspunkte sind Hervorhebungen im Text (unterstrichene oder fettgedruckte Passagen).
- Sie führen den Blick des Lesers bei ersten Überfliegen durch den Text (Blickverlaufskurve).
- Angebots-Vorteile können hervorgehoben werden.
- Sie stellen Schlüsselreize dar, die den Leser vom Diagonallesen zum intensiven Lesen bringen sollen.
- Es sollte maximal eine halbe Zeile hervorgehoben werden.
- Hervorhebungen ausgewogen verteilen und nicht über zwei Zeilen gehen lassen.
- Nicht mehr als eine Hervorhebung pro Absatz.
Blickverlaufskurve
BlickverlaufskurveDas erste Überfliegen des Textes geschieht in einer sehr kurzen Zeitspanne. Dabei folgt der Blickverlauf den folgenden Stationen:
1: Grafik, Bild, Firmenlogo als Eye-Catcher
2: Empfängeradresse
3: Johnson-Box, Headline - Anrede
4: Fixationspunkte im Text
5: Unterschrift des Absenders
6: PS
7: zurück zum Textanfang (> intensives Lesen)
Kurz-Dialog - Grundfragen des Lesers
Das Lesen eines Werbebriefes wird von sog. Grundfragen dominiert, auf die der Leser entlang der Blickverlaufskurve Antworten sucht:
- Wer schreibt mir?
- Wie spricht er mich an?
- Was ist sein Anliegen?
- Soll ich den Brief lesen?
- Welche Vorteile bringt er mir?
- Warum schreibt man gerade mir?
- Habe ich diesen Bedarf?
- Wie habe ich ihn bisher befriedigt?
- Welchen Vorteil bietet er mir ggü. früher?
- Wie kann ich mehr erfahren?
- Was ist zu tun?
- Wer unterschreibt?
Reinhard Käfferlein an der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

